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© Tosca Süto, www.equine-photo.de
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Deutschland

Reiten und Fahren, Allrounder, Voltigieren

Mittelwert 165

Füchse, Braune, Rappen, Schimmel

Ursprung

Sportpferd, welches in ganz Niedersachsen mit Ausnahme von Oldenburg gezüchtet wird.

Die Anfänge der gezielten Zucht lassen sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Hannoveraner wurde für die Landwirtschaft und für den Militärdienst gehalten und gezüchtet. Pferdezucht in Hannover war eine wesentliche Existenzgrundlage der Bauern. Großen Einfluss hat hier die Gründung des Landgestütes 1735, mit der die zentrale Registrierung von Bedeckungen und Abfohlungen eingeführt wurde.

Zuchtgebiet(e)

Allgemeines zur Pferderasse

Gezüchtet wird der Hannoveraner als Rasse, die für den Reitsport besonders geeignet ist. Es werden Pferde angestrebt, die auf Grund ihrer inneren Eigenschaften, der Rittigkeit, ihres äußeren Erscheinungsbildes, des Bewegungsablaufs, der Springveranlagung und der Gesundheit als Leistungs- und Freizeitpferd geeignet sind.

Exterieur

Typ des modernen, edlen und leistungsbereiten Sportpferdes in unterschiedlichem Kaliber; Adel, große Linien, klare Konturen, trockene Textur, plastische Bemuskelung, deutlicher Geschlechtsausdruck.

Der Kopf sollte edel und trocken, d.h. ohne viel Unterhautgewebe; Größe dem Körper entsprechend; großes, aufmerksames Auge mit offenem, ruhigem Blick, große Nüstern, deutlich ausgeprägte Maulspalte, leichte Ganasche.

Der Hals genügend lang, günstig bemuskelt, Verjüngung zum Kopf hin, leichte und bewegliche Verbindung zwischen Hals und Kopf (leichtes Genick), in etwa rechtwinklig auf Schulter aufgesetzt mit nach oben gewölbter Kammlinie mit deutlicher Bemuskelung.

Gewünscht ist eine lange, schräge Schulter, markanter, weit in den Rücken reichender Widerrist, hinter Widerrist leicht nach unten Geschwungene Rückenlinie.

Der Rahmen ist ein Rechteckmodell, langbeinig, großrahmig und Geschlossen mit harmonischer Oberlinie, d.h. gut angesetzter Hals, schräge Schulter, langer Widerrist, genügend langer Rücken, breite, gut bemuskelte Lende. Lange, geneigte, muskulöse Kruppe, Aufteilung des Rumpfes etwa gleichlang in Vorhand, Mittelhand und Hinterhand, genügend Brusttiefe bei geschlossener Flanke.

Die Vordergliedmaßen sollten, von der Seite gesehen, ein vom Mittelpunkt des Schulterblattes auf die Standfläche gefälltes Lot haben;Unterarm, Vorderfußwurzel und Röhrbein halbieren und dicht hinter dem Ballen auf den Boden treffen. Von vorne gesehen sollen die Vordergliedmaßen eine senkrechte Achse bilden und parallel zueinander stehen. Trockenes, gut bemuskeltes Vorderbein mit genügender Stärke, ausgeprägte Gelenke, elastische, mittellange Fessel. Winkel der Fessellinie zum Erdboden: ca. 45-50 Grad, harte, in passendem Verhältnis zur Größe des Pferdes stehende Hufe von symmetrischer Form und gleicher Winkelung, Vorderwand bildet mit Erdboden am Vorderhuf Winkel von ca. 45-50 Grad.

Die Hintergliedmaßen sollten, von der Seite gesehen, bei geschlossener Aufstellung eine am Sitzbeinhöcker bzw. am Rumpfende angelegte Senkrechte an der hinteren Kante der Hinterröhre entlang laufen. Korrekte Stellung, d.h. von hinten gesehen, sollte ein vom Sitzbeinhöcker auf die Standfläche gefälltes Lot Sprunggelenk, Hinterröhre, Fessel und Huf in zwei gleiche Hälften teilen. Trockene, ausgeprägte Gelenke, breit eingeschientes Sprunggelenk, elastische und mittellange Fesselung, Winkel der Fessellinie zum Erdboden ca. 50 - 55 Grad.

Außerdem wird ein gerade und gut getragener Schweif gewünscht.

Interieur

Intelligenz, guter Charakter (umgänglich, aber sensibel, unkompliziert), gutes Temperament (ausgeglichen, nervenstark, wach), hohe Leistungsbereitschaft (lernfähig, mutig und einsatzfreudig), hohes Leistungsvermögen. Letzteres bezieht sich auf Pferde, die auf Grund ihrer körperlichen Voraussetzungen und ihrer inneren Eigenschaften ihre Leistungsveranlagung voll ausschöpfen können.

Zuchtgeschichte

1735 wurde das niedersächsische Landgestüt Celle gegründet. Seit 1949 gibt es die berühmten Auktionen in Verden/Aller.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden vermehrt Vollblut- und englische Halbbluthengste zur Veredelung des "Hannöverschen Pferdes" eingesetzt. Nach 1870 erfolgte die Konsolidierung der Zucht unter Berücksichtigung der einheimischen Stämme, bei der die Kutsch- und Militäreignung des Hannoveraners im Vordergrund stand. In diese Zeit fällt die Gründung des Hannoverschen Stutbuches 1888, dem Vorgänger unseres heutigen Verbandes.

Die Gründung des Verbandes hannoverscher Warmblutzüchter 1922 durch den Zusammenschluss der Züchter schaffte die Voraussetzung für eine zentral gelenkte, einheitliche züchterische Bearbeitung und Auswertung aller erfassten Zuchtvorgänge.

Während in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen besonderer Wert auf die Nutzung in der Landwirtschaft gelegt wurde, kam es nach dem zweiten Weltkrieg zur Umstellung und Neugestaltung der Hannoveraner Zucht.

Vor allem durch den Einsatz von Trakehnern und Vollblütern wurde der Hannoveraner erneut veredelt und wurde zu dem, was er heute ist: Ein rittiges, edles, großliniges und korrektes Warmblutpferd, das als Sport und Freizeitpartner auf der ganzen Welt geschätzt wird.

Quelle(n)

Hannoveraner Verband

www.hannoveraner.com

Foto-Galerie

© Tosca Süto, www.equine-photo.de
Hannoveraner-Hengst Weltmeyer
Shutterfly mit M. Michaels-Beerbaum

Literatur

Hannoveraner